Vokation in Hofgeismar: Wenn die Kirche über staatliche Lehrkräfte mitentscheidet
Vokation in Hofgeismar: Wie die Kirche über staatliche Lehrkräfte mitentscheidet – und warum „Das Böse ist nicht stärker als Gott“ keine Antwort ist.
Kirchen-, Glaubens- und Religionskritik • Aufklärung • Säkularismus • Humanismus
Vokation in Hofgeismar: Wie die Kirche über staatliche Lehrkräfte mitentscheidet – und warum „Das Böse ist nicht stärker als Gott“ keine Antwort ist.
Osthessen|News lässt sich ein kostenpflichtiges eigenes Produkt zum zweiten Mal von einem Geistlichen empfehlen, diesmal vom evangelischen Pfarrer Stefan Bürger – und macht aus dessen doppelt eingeschränktem Glaubenssatz eine Schlagzeile, die wie eine Tatsachenmeldung aussieht, während im Text die säkulare Trauerbegleitung in Anführungszeichen gesetzt wird.
Anke Prumbaum deutet im „Wort zum Sonntag“ das EU-Recht auf Reparatur zur Botschaft über Geduld und Versöhnung um – und blendet aus, dass es dieses Gesetz nur gibt, weil Haltung nicht reicht.
Stadtpfarrer Stefan Buß macht Albert Schweitzer zum Kronzeugen für ein Licht, das angeblich aus der „Liebe zu Jesus Christus“ erwächst – dabei stimmt schon die Herkunftsangabe nicht, und Schweitzers eigene Theologie widerspricht der Vereinnahmung so gründlich wie kaum eine andere.
Buß deutet ein offenes Kirchenportal als Zeichen bedingungsloser Zugänglichkeit, während das Kirchenrecht seiner eigenen Institution Taufe, Konfession, Lebensform und Geschlecht als Zugangsbedingungen festschreibt – und der Vorgänger-Impuls, für den er sich einleitend entschuldigt, unverändert falsch online steht.
Conrad Krannich erklärt die europäischen Waldbrände zur Tat böser Einzelner, verschweigt dabei den realen Klimawandel fast vollständig und ersetzt ihn durch eine Metapher – und beendet einen Appell gegen verbale Brandstiftung ausgerechnet mit einem Vers aus einem Brief, der selbst voller Ausgrenzungsrhetorik steckt.
Buß schreibt einen Don-Bosco-Spruch dem falschen Heiligen zu, erklärt eine stoische Alltagsweisheit zum christlichen Alleinstellungsmerkmal und empfiehlt ausgerechnet der Institution, deren eigene Aufarbeitungskommission Gleichgültigkeit gegenüber Betroffenen protokolliert hat, kritische Stimmen als Vogelgezwitscher zu behandeln.
Pfarrer Winfried Abel erklärt einen Terroranschlag zum „Signal des Himmels“. Eine säkular-humanistische Kritik der Opferbeschuldigung.
Behnken deutet Paulus’ Tempel-Vers zur Selbstannahme um – und unterschlägt den Kontext, der genau das Gegenteil sagt.
Benedikt Welter predigt zum fünften Jahrestag der Ahrtal-Flut über Trost und Sinn – und kommt dabei ganz ohne Gott aus, weil ein Gott, der 184 Menschen ertrinken lässt, in dieser Predigt keine gute Figur machen würde.
Conrad Krannich preist den Abendmahlstisch als Ort radikaler Gemeinschaft – dafür erfindet er einen Bibeltext, der so nicht existiert, verschweigt, dass genau dieser Tisch bis heute das wirksamste Ausschlussinstrument des Christentums ist, und empfiehlt am Ende einen Ort „jenseits von wahr und falsch“, den eine aufgeklärte Gesellschaft sich nicht leisten kann.
Johanna Vering feiert im „Wort zum Sonntag“ zum Independence Day die demokratische Gleichheit – und schreibt sie am Ende dem „christlichen Menschenbild“ zu, obwohl die Unabhängigkeitserklärung ein aufklärerisch-deistisches Dokument ist und die Universalisierung ihrer Rechte großenteils gegen kirchlichen Widerstand erkämpft wurde.
In einem als Interview auftretenden Werbestück für das eigene Trauerportal räumt Stadtpfarrer Stefan Buß unfreiwillig ein, was die säkulare Kritik seit Jahren beschreibt – dass die tröstende Substanz der Trauerbegleitung (Zuhören, Rituale, Gemeinschaft, die Kerze) konfessionsübergreifend und „bis in den weltlichen Bereich“ funktioniert, also ohne die Theologie, die er anderswo zu ihrer Voraussetzung erklärt.
Buß deutet das allsehende „Vaterauge“ vom Kontroll- zum reinen Fürsorgesymbol um, blendet dabei die richtende Kehrseite genau desselben Blicks aus – und vereinnahmt eine zutiefst humanistische Ethik des Nicht-nach-der-Oberfläche-Urteilens für ein exklusives theologisches Einheitsversprechen.
Stefan Buß verkauft einen vollständig säkularen Rat zur Entschleunigung – langsamer werden, Ballast ablegen, sich auf das Wesentliche besinnen – als geistliche Einladung; streicht man den Gottesbezug, bleibt die Botschaft unbeschädigt, was zeigt, dass das Religiöse hier Dekor ist und primär der Erhaltung des Rahmens dient, nicht den Menschen.
Der Bericht über den Diakonen-Gottesdienst auf der Milseburg stellt die Frage „Was fehlt, wenn Gott fehlt?“ so, dass die Antwort schon feststeht – und verbucht Sinn, Halt und Trost als göttliche Lieferungen, obwohl es menschliche Leistungen sind.
Alexander Höner hält eine über weite Strecken klug klingende, vollständig säkulare Zivilpredigt über Regeln und Zusammenhalt – und erklärt am Ende Menschenwürde, Lügenverbot und soziale Marktwirtschaft zu „christlichen Grundsätzen“, obwohl sein eigenes Argument die Geltung von Regeln gerade nicht aus dem Glauben, sondern aus ihrer erprobten Bewährung ableitet.
Buß verlegt den Gottesdienst in den Biergarten und deutet dessen rein weltliche Geselligkeit als Gottesnähe – der Substituierbarkeitstest fällt hier so eindeutig aus wie nie zuvor, und die nebenbei behauptete Allgegenwart Gottes wird, ernst genommen, zur Theodizee-Falle.
Buß‘ Hessentag-Nachlese wird zur Strategiebilanz: Wie die Kirchen säkular-humanistische Werte für sich vereinnahmen – und den eigentlichen Schritt schuldig bleiben.
Kiess‘ KI-„Wort zum Sonntag“ – ein humanistisches Argument mit theologischem Etikett und eine domestizierte Papst-Enzyklika.
Buß’ „Segensgondel“ verkauft ein psychologisch leicht erklärbares Höhenerlebnis als Segen „von etwas Größerem“ – und bindet ausgerechnet die theologisch unverdienbare Gnade an Ticket, Öffnungszeiten und einen Zwei-Tage-Countdown.
Ken Ham hält intelligente Außerirdische für unerlösbar – und zieht daraus den Schluss, dass es sie nicht geben könne. Eine säkular-humanistische Analyse von Sippenhaft, selektivem Literalismus und umgekehrter Beweisführung.
Buß bewirbt die „Herzzeit“ in der Severikirche – und gesteht dabei selbst ein, dass das Religiöse optional ist. Eine säkular-humanistische Analyse des vierten Hessentags-Impulses.
Woher kommt „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“? Eine säkulare Analyse von Luthers Auslegung des 1. Gebots – Definitionstrick, unwiderlegbares Versprechen und eine Ethik der Furcht.
Gastbeiträge geben die Meinung der Gastautoren wieder.
Wikipedia-Zitate werden unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike veröffentlicht.
"Wir haben in der Vergangenheit zu oft auf den Schutz der Institution geschaut und nicht auf die betroffenen Menschen.“ Hier…